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Referent jammt und sonders bestreiten, nicht minder die angeblichen führungen ist uns Einzelnes als mangelhaft erschienen. In dem aus den Constitutionen, wo nur die Stelle S. 8, 3. 29 noch einer die karolingische Zeit darstellenden Abschnitte vermissen wir z. B. näheren Erwägung bedarf. Þätte übrigens der leßte Redactor die Kennzeichnung des specifisch evangelisch-protestantischen Ele: auch wirklich die Constitutionen gekannt – was angesichts des ments, welches sich in derselben nach so vielen Seiten hin, und ws xai avròs Kanuns úuiv Sinynoetai S. 8, 29 wenigstens für | zwar ziemlich lange Zeit hindurch, geltend machte. Auch hätten die epistola Clem. ad Jac, am nächsten liegt – so würde sich im. zur Charakterisierung der slavischen Religionssysteme ganz andere mer noch fragen, in welcher Gestalt ihm die leßteren vorgelegen. treffendere Züge hervorgehoben werden können, als die find, welche

S.(11) der Vorrede fündigt de Lagarde eine neue Untersuchung der Verfasser S. 50 berührt. Außerdem können wir dem Raiüber das Verhältniß der Homilien zu den Recognitionen an, von sonnement desjelben nicht in allen Punkten beipflichten. Hr. Chastel welcher wir nur wünschen, daß er sie nicht allzulange im Pulte will nämlich in der Geschichte und in den Geschicken der Kirche behalte. Die von ihm angedeutete Grundauffassung geht darauf des Mittelalters einen stetigen Fortschritt des Cultur- und Huma. hinaus, daß beide Werke gemeinschaftliche Quellen unabhängig nitätsinteresses nachweisen (was ihm auch im Allgemeinen gelunvon einander benußt haben, wobei leicht die eine Quelle bei den gen ist), und glaubt hierbei selbst die Ausbreitung des MuhameRecognitionen, die andere bei den Homilien in ursprünglicherer danismus als einen wesentlichen Fortschritt der religiösen Cultur Gestalt vorliegen könne. Jedenfalls verlohnt sich's der Mühe, begrüßen zu dürfen, indem doch der Jslam den biblijchen die Frage einmal auch unter diesen Gesichtspunkt zu stellen, da | Monotheismus jelbst unter jolchen Völkern heimisch gemacht die bisherigen Untersuchungen die Sache noch nicht zum Abschluß habe, unter denen das Christenthum niemals hätte Eingang geführt haben, und Referent bekennt seinerseits gern, daß er schon finden können. Aber zwischen dem monistischen und fatalistisch. seit längerer Zeit zu einer ähnlichen Ansicht gekomnien ist. Die der deistischen Gottesbegriff des Islam und dem Monotheismus des Vorrede beigegebenen Bemerkungen „über die Verbreitung der in Alten Testamentes und der Bibel überhaupt ist doch ein Unterschied. den Clementinen erzählten Sage“ sind nicht bloß für die Geschichte Der Muhamedanismus gewährt seinen Befennern nicht die Erder clementinischen Literatur selbst, sondern auch für einige der fenntniß des wahren Einen Gottes, sondern hält ihnen ein Trugwandte tirchengeschichtliche Fragen von Interesse und werden bild (?) vor, und hat darum die Völker, die von ihm bewältigt auch denen, die sich mit der Geschichte des deutschen Mittelalters wurden, nicht zur Cultur und Humanität, jondern zum Gegentheil specieller befassen, willkommen sein. Wir wünschen dem Heraus. beider geführt. Allein wenn schon das vorliegende Wert außer geber im allgemeinen Interesse der Wissenschaft aufrichtig eine dem von uns berührten noch inaniherlei andere Punkte enthält, kräftigere Unterstüßung seiner verdienstvollen Arbeiten, als ihm über die wir mit dem geehrten Verfasser rechten möchten, fo hindert bisher zu Theil geworden ist, können jedoch die Bemerkung nicht uns dieses doch nicht dem trefflichen Buche, welches so recht dazu zurüđhalten, daß was er uns bietet noch weit bereitwilligere An- gemacht ist, in dem Leser das lebendigste Interesse an dem behans erkennung finden würde, wenn der Ton, in dem er zu schreiben delten Gegenstande zu erweden, unsere vollkommenste Anerkennung pflegt, etwas weniger berlinisierte.

zu zollen.

Chastel, Étienne, le christianisme et l'église au moyen

Jahrbücher der bibl. Wisseusdaft von 6. Ewald. 12. Jahrbuch: âge. Coup d'oeil historique, Paris, 1859. Leipzig, Brockhaus.

1861 – 1865. 2. Hälfte. (359 S. kl. 8.)

Inh.: Drei Anhänge zum vorigeu Hefte: 1. Srster Jabrese

bericht des Göttingischen Protestanten - Vereines; 2. über die leßten Es ist dieses die tüchtig ausgeführte Arbeit eines Gelehrten,

Eisenacher Kirchenregimentsconferenzen; 3. Sendschreiben an den von dem nur Treffliches zu erwarten ist. Der Verfasser theilt König von Preußen in der christlichen Sache Schleswig-Holsteing. uns feine eigentliche Kirchengeschichte des Mittelalters mit, sondern Ueber die fünstliche Weissagung in der Bibel. – Die Erzählungen von einen resumierenden Ueberblid über dieselbe, ein Gemälde, in

der Schließung des Alten Bundes. – lleber die neuesten Zweifel an

der vollen Rechtheit des Johannesevangeliums. – Nachídrift. welchem die Töne angegeben werden, in denen die mannigfachen Geschichtsbilder des christlichen Mittelalters dem Auge des unbe.

Algem. Kirchen Zeitung. Ned.von Zimmerman 1. Nr. 89-94. fangenen Forschers fich darstellen. Der Leser findet darum in dem Inh.: Der neue Landesfatechiomus von Sdwarzburg. Rudolstadt. - Unser Volt trefflichen Buche nicht etwa fritische Untersuchungen, sondern die

in seinen Frruden u. Festen. Bortrag in der Pastoratconferenz zu Leipzig den

8. Juni 1865 gehalten von Dr. Fr. Å blfeld. (Sulug.) - Klosterwejen in Früchte derselben, aber freilich völlig ausgereifte, gesunde Früchte. Bayern. - !? Or a bud, friedeneidluß und Freundschaftsbund der Kirde mit

der modernen Cultur. - Die Evangelien, Gedichte u. Mytbus. - Die die. Seiner ganzen Einrichtung nach kann das Buch zu einem jährige westfälische Provincialsynode. – Ktrol. Mittheilungen u. Natyridten. doppelten Zwecke dienen, indem es ebensowohl dem der Airchengeschichte des Mittelalters noch unkundigen Leser zur Einführung Ev. Kirchen-Zeitung. Hrsg. v. E. W. Hengstenberg. 77. Bd. 5. Oft. in dieselbe als auch dem Geschichtskundigen zur Wiederholung

November.

Juh.: Der Dom des beil. Øral. - Bersammlung des firdl. Centralvereins in der des reichhaltiger. Stoffes zu dienen vermag.

Prov. Sadsen. (Sd.) – Die Seelioige. 2. Ärt. 2-5. – Die 11. Westfälische Das ganze Wert gerfällt in zwei Haupttheile, einen kürzeren

Provincialfynode. - Paramentit in der ev. Kirche. – Die Geltung Christi in

Schleiermacher'8 Thevlogie, 1, 2. — Nachridten, Bespredungen u. (S. 1-36), worin die griechische, und einen ausführlicheren (S. 89-347), worin die lateinische Kirche besprochen wird. Den Protest. Kirchenzeitung f. das ev. Deutschland. Hrsg. von H. Arause. Schluß bildet ein resumierender Rüdblick auf die gewonnenen Resul. Nr. 49. tate. Nachdem nämlich der Verfasser die äußere und innere Situa.

Inh.: Zum bevorstehenden deutschen Proteftantentage. – Die Verbandlungen der

Bräljer Generalfynode. – 6. Araure, Ter Apostel Paulus, von ", paus. tion der griechischen Kirche mit einigen skizzierenden Strichen ge rath. - 3ur franz. Saulstatistif. – Nachridyten. – literatur. zeichnet hat, werden zunächst die Rämpfe der lateinischen Kirche des Mittelalters mit dem Polytheismus, Mahumedanismus und Fus daismus, sowie die allmählige Veränderung und Erweiterung ihres Terrains vorgeführt, worauf der Verfasser die progressive Entwicklung des katholischen Systems bis zum dreizehnten Jahr. | Michelis, Prof. Dr.F., Geschichte der Philosophie von Thales hundert hin in der Organisation der Kirche, in der Stellung der. bis auf unsere Zeit. In allgemein fasslicher Darstellung. Braunsselben zum Staat, im Cultus, in der Gesittung und in der Wissens

berg, 1865. Peter. (VIII, 344 S. gr. 8.) schaft nachweist und schließlich die mannigfachen Erscheinungen „Der Titel dieser Schrift“, beginnt das Vorwort, „könnte das einer politischen, tirchlichen, wissenschaftlichen und religiösen Vorurtheil erweden, als ob es sich in derselben nur um einen Heaction, die im vierzehnten und fünfzehnten Jahrhundert gegen populären Abriß der Geschichte der Philosophie nach der gang, das fatholische Princip hervortrat, charakterisiert. In diesen Aus= baren Auffassung handle. Weit davon entfernt will fie vielmehr

Philosophie.

eine von der Wurzel aus in allen ihren Wendungen innerlich cors frieden ist; wenigstens erfährt man S. 273, daß „die universale rigirte und fritisch berichtigte Darstellung derselben geben, und Dialektit sich allein im richtig gefaßten Logosgedanken vollzieht." jidar so, daß wenigstens die Grundlage dieser durchgreifenden Be: - Diesen Andeutungen über den Standpunkt des Verfassers ge. rigtigung in dem unmittelbaren Zurückgreifen auf die Quellen in genüber dürfte es ziemlich unfruchtbar sein, der Art, wie er die die Darstellung mit aufgenommen ist.“ Ueber diese Grundlage, Versuche und Systeme der einzelnen Denker weniger darstellt als d. h. über den Standpunkt, von welchem aus der Verfasser die beurtheilt, ins Einzelne zu folgen. Am ausführlichsten ist die pas Darstellung der Geschichte der Philosophie „von der Wurzel aus“ tristische und scholastische Philosophie behandelt (S. 125-252); einer Correctur und fritischen Berichtigung zu unterziehen sich ver da die philosophischen Bestrebungen dieser Periode sich ausschließend anlaßt und berechtigt findet, ist es am besten ihn selbst sprechen zil auf dem Gebiete bewegen, auf welchem er die wesentliche Aufgabe lassen. Der innerste und wahre Herzpunkt der christlichen und aller Philojophie findet, jo veripeilt er bei ihnen mit einer leicht aller Philosophie liegt in dem Bestreben, die Welt aus dein inneren kenntlichen Vorliebe, und es mag den Freunden der Scholastik Leben des dreieinigen Gottes zu verstehen (S. 263). Der Sub überlassen bleiben, die einzelnen eigenthümlichen Auffassungen des jectobjectivirungsproceß im absoluten Sein, d. h. das absolute Sein Verfassers zu prüfen. Die neuere Zeit seit Cartesius, welche bis qis Selbstbewußtsein ist nichts anderes, als der philosophische auf Kant unbewußt, seit Kant mit Bewußtsein „das ganz auf die Nusdrud der Trinitätslehre, deren reale Momente (Person und subjective Thätigkeit des Individuums beschränfte Denken von Wesenheit) im creatürlichen Gegensaß (Geist und Stoff) als end. seiner geschichtlichen Grundlage losgerissen und so die Philosophie liges Gegenbild erscheinen, aus dem eben für das endliche in dies nicht mehr als eine Weiterentwidelung der im Mittelalter schon sem Gegensaß subsistirende Denken der dialektische Proceß zu dem erreichten Höhe, sondern in Opposition zu Christenthum und Stirche Absoluten führt (S. 312). In demselben Momente, wo das end erscheinen läßt“, muß sich mit 80 Seiten begnügen (S. 264 — 344); liche Denten, um sich selbst zu conjervieren, das persönliche Abso- | davon kommen auf Nant 20, auf Fichte, Schelling und Hegel zu: lute seßt, muß es erfennen, daß es diesen Denfact umkehren muß, sammengenommen 26 Seiten; man mag daraus abnehmen, mit daß es in Wahrheit nicht das absolute Persönliche als seine Seßung, welchem Erfolge der, melcher von den Problemen, Principien, Meondern umgekehrt sich nur als Seßung des absolut Persönlichen | thoden, Zielpunkten und Resultaten der Philosophen der legten begreifen kann. Durch diese Umfehr ist dann die Möglichkeit, die zwei Jahrhunderte noch nichts wüßte, diejes Buch als Gülfsmittel

Sabrheit des Denkens durchzuführen gegeben;... die Hemmung, historischer Velehrung würde benußen können. In den oben an. welde das empirische Denken in dem diesseitigen Zustande in dieser geführten Worten der Vorrede spricht der Verfasser auch vom „unan sich als möglich erfannten Durchführung erfährt, erkennt das mittelbaren Zurückgreifen auf die Quellen.“ Soll damit gemeint christliche Bewußtsein als Folge der Störung, die in das Verhälts sein, daß er durch ausreichende und sorgfältig gewählte Belegmiß des Geschaffenen zu Gott durch die Creatur eingetreten ist, / stellen dem Lejer Gelegenheit gebe, über die Angemessenheit der eine Störung, die in Christo, dem Menschgewordenen, und seinem Darstellung an das Dargestellte sich selbst ein Urtheil zlı bilden, Werfe objectiv mieoer aufgehoben ist und durch das Denken und jo sind dazu die wenigen Originalstellen, die er seinem Tert einver. die Philosophie subjectiv mehr und mehr wieder aufgehoben werden leibt, viel zu sparsam und dürftig. Daß er aus den Quellen gear. joll (S. 332). Da nun Plato der erste und im Alterthum einzige beitet habe, joll deshalb nicht bezweifelt werden; wenigstens ist Denfer ist, bei welchem sich die im Denken erfaßte und festgestellte nicht wahrscheinlich, daß er ein Citat aus Aant in einem anderen Unterscheidung des realen Unendlichen und des realen Endlichen Buche so gefunden hat, wie es hier S. 286 steht. Nämlich aus (10 daß jenes mit dem Begriffe des persönlichen Gottes, dieses mit den Worten Sants: quod delerminal subjeclum respeclu praedem Begriffe des durch den Willen Gottes Geschaffenen zusammen dicali cujusdam, dicitur ratio. Ratio distinguiturin anlecedenter fällt), wenn auch nicht als vollständig erreichtes Resultat, doch als el consequenter determinantem, macht der Verfasser Folgendes: die höchste Intention seiner Philosophie zu erkennen giebt, jo hängt quod determinal subjectum respectu praedicati, ejusdem divon dem Verständnisse des platonischen Begriffes der Bewegung cilur ratio sive antecedentem sive consequentem. Die Schreib. und jeiner Bedeutung für die Philosophie nicht bloß das Verständ: art Loke statt Locke fönnte man für einen Druckfehler gelten nik des ganzen geschichtlichen Entwi felungsganges, jondern auch | lassen, wenn sie nicht so gar beharrlich festgehalten würde. die wirkliche Lösung der Aufgabe der christlichen Philosophie ab.“ (S. 50. 230.) Dabei unterliegt es für den Verfasser feinem Zwei. fel, daß Glaubensgeheimnisse, wie die Dreieinigkeit, die Incarnation u. 1. w. wirflich Gegenstände eines philosophischen Wissens

Geschichte. Biographie. werden können; denn „den Saß, daß in der Theologie etwas wahr Sprenger, A., das Leben und die Lehre des Mohammad kein lõnne, was in der Philosophie falsch sei, hat die Kirche als nach bisher grösstentheils unbenutzten Quellen bearbeitet. büretisch bezeichnet und darin ist die Vürgschaft einer möglichen 3. Band. Berlin, 1865. Nicolai's Verlag. (3 BII., CLXXX, polítändigen Lösung der Frage gegeben“ (S. 252). Ein vorzüg

554 S. 8.) litches Mittel, dieses Ziel zu erreichen, scheint, so viel fich aus zer Mit diesenı Bande liegt der Schluß von Sprengers lehrreichem treuten Andeutungen schließen läßt, das „tiefere Verständniß der Werke vor. Er enthält zunächst eine umfangreiche Vorrede, die uns Sprache“ sein zu sollen. Da das den Begriff firirende Wort als nach einigen einleitenden Bemerkungen mit den Quellenschriften des Gled im Bau der Sprache ein jedem individuellen denkenden Sub. Verfassers bekannt macht (S. XVIII folgende). Der Koran selbst,

de Vorausliegendes sei, so müsse man die Sprache als ein Ob. wenige Urkunden, die Biographen Molşammads, die Sunna und jedides und Allgemeines in ihrem Zusammenhange mit dem schaf- die genealogischen Traditionen lieferten das überreiche Material, enden Logos auffassen; thue man dies, so werde man durch den mit Hülfe dessen der Verf. sein Wert construirte. In dem be. Dentact in der Sprache in den wahren und ewigen Zusammenhang schränkten Kaume von CLXXX Seiten war es freilich nicht mög. des Seins eingeführt (S. 232); daher denn auch z. B. an Nico- lich, eine bis ins Einzelne gehende Quellenfritik zu geben. Was laus von Cuja gerühmt wird, daß er, obwohl er mit Aristoteles | aber aus dem schwer zu beherrschenden Stoff hervorgehoben ist die Worte nur als äußere Zeichen betrachte, doch aus ihrer ur. und namentlich was der Verf. über den Werth der arabischen Tras prünglichen Mittheilung durch Gott alle Erkenntniß des Menschen dition überhaupt, zumal der Genealogien gesagt hat, ist ebenso ertipringen lasje (S. 256). Hiermit soll auch wohl die „dialektische interessant als instructiv und läßt nur wünschen, er möge die Seite Lurójührung“ zusammenhängen, deren Diangel der Verfasser fast | XVII ausgesprochene Absicht, über seine Quellen eine Monographie Tegelmäßig und beinahe in der Form einer stehenden Redensart zu geben, nicht fallen lassen. Wohl keiner unserer Orientalisten hat auch an den Philosophen rügt, mit deren Richtung er übrigens zup! so viel Tradiționreihen und Geschlechtsregister por Augen gehabt

und verglichen und feiner dürfte so befähigt sein, über das ganze | Genauigkeit im Kleinsten sollte dem Orientalisten ebenso am Her. Traditionswesen wie über Werth und Glaubwürdigkeit der eine zen liegen, wenn er sinnentstellende Fehler vermeiden will, wie die zelnen Traditionsmänner endgültige Resultate in einer Schrift interessantesten und das größere Publicum allein ansprechenden niederzulegen, die jeden weitern Schritt, den die Kritik in der Ger Realia. Wer aber diese popularisiren will, sollte doppelt ängstlich schichte der Araber thut, wesentlich leichter und sicherer machen Fehler in Namen und Zahlen vermeiden und die sorgfältigste müßte. — Den eigentlichen Inhalt des Bandes bildet in acht Kas Drudrevision ermöglichen. Das ist keine überflüssige Pedanterie, piteln Mohammads Auftreten in Medina als Gefeßgeber, Eroberer über die der Verf. in der Vorrede zum ersten Bande so sehr die und Herrscher bis zu seinem Tode. Die Fülle des verarbeiteten Nase rümpft. Materials ist auch in diesen Bande bewunderungswürdig. Gegen

| Aber übersehen wir über allen diesen kleinen Uebelständen die beiden früheren berührt den Leser besonders angenehm das ge nicht den bedeutenden Gewinn, den die Geschichte von dieser lebens. ringere Maß von øypothesen, die, ebenso fühn wie geistreich, doch

vollen Zeichnung einer der interessantesten und einflußreichsten Per. wenig befriedigen konnten. Zwar gilt, wenn von einer, so von der

sönlichkeiten ziehen wird. Heiche Quellen sind aufgedeckt; ihre volle geschichtlichen Ueberlieferung der Araber, daß sie „eine conventio: Ausbeutung kann nicht Sache eines Einzelnen sein. Die interessan. nelle Lüge“ sei (S. LXVII). Aber Aufgabe der historischen Kritik

teste Frage blieb freilich auch mit ihrer Hülfe ungelöst, wir meinen kann doch nur sein, die Unwahrscheinlichkeiten in ihr und ihre

| den genaueren Nachweis der organischen Entwickelung des Islam Lücken aufzudecken, und wo sich keine Mittel zu ihrer Ausfüllung aus den damals gegebenen culturhistorischen Factoren in finden lassen, ist es besser, hierbei stehen zu bleiben, als sie durch Arabien. Hypothesen ausgleichen zu wollen, die doch „nur dann Zutrauen verdienen, wenn alle betreffenden Phänomene durch sie erklärt

Theoderici libellus de locis sanctis editus A. D. 1172. Cui werden können" (S. 1). Für diese Periode von Muhammeds Leben,

accedunt breviores aliquot descriptiones Terrae Sanctae. Nach dessen Geschichte hier mit der des entstehenden Staates identisch Handschriften mit Bemerkungen herausgegeben von Titus wird, sind die Quellen so, daß sie dem Bearbeiter mehr zu ordnen

Tobler. St. Gallen, 1865. Huber u. Co. (261 S. kl. 8.) 1 Thlr. und zu sichten, als aus der Fülle seiner Vorausseßungen zu er.

15 Sgr. gånzen übrig lassen. – Auch in diesem Bande hat der Verfasser Der für die historische Forschung der geographischen Renntniß dem spröden Stoffe durch mannigfache Abschweifungen mehr Farbe des heiligen Landes unermüdlich thätige Dr. Tit. Tobler beschenkt zu geben versucht. Oft wird durch interessante Seitenblicke auf uns in der vorliegenden Schrift mit einer Beschreibung Jerusas analoge Verhältnisse bei anderen Völkern und in anderen Zeiten lems und des heiligen Landes aus dem 12. Jahrhundert, welche den, fraglichen Punkten mehr Licht gegeben, und nicht selten muß durch Genauigkeit und Klarheit vor allen übrigen alten Besihrei. auch unsere Zeit zur Flustration dienen. Hierbei scheint uns der bungen sich auszeichnet und in dieser Beziehung, wie Tobler be. Verfasser oft mit zu großer Vorliebe verweilt und des Guten zu merkt, einer ziemlich zahlreichen Classe leichtfertig schreibender viel gethan zu haben; manchmal will es uns bedünfen, als ge. Heiliggrabpilger als Muster dienen könnte. Von dem Verfasser wönnen wir daraus mehr für eine Biographie des Verfassers als | wissen wir nichts weiter als den Namen; durch scharfsinnige Com. Muhammads. Enger aber an den Stoff schließt sich der lehrreiche binationen macht der Herausgeber es aber höchst wahrscheinlich, Anhang an über die Tauschmittel der Araber (S. 134) und manche | daß er der dilectus socius el domesticus Dietricus ist, welchem andere Digression, wie der Abriß über Geographie und Stämme Johannes von Würzburg seine Beschreibung des heiligen Landes in Südarabien (S. 435), treffliche Skizzen zu culturhistorischen widmete und der nach ihm die Pilgerfahrt in den Jahren 1171 — Monographien, die unumgänglich nothwendig find, ehe man in | 1173 antrat. Daß er von Geburt ein Rheinländer war, schließt der Geschichte der Araber einen Schritt weiter thun will. – Um Tobler daraus, daß er und seine Genossen einen Wallbruder, schließlich auf einige Einzelheiten zu kommen, so wäre es für das Namens Adolf aus Köln, in Jerusalem begruben, und daß er die ganze Werk wünschenswerth gewesen, daß die jeßt fast allgemein | Grabesrotunde in Jerusalem mit der Kirche in Aachen vergleicht. gewordene Transcriptionsweise des Arabischen angewandt worden Theoderich giebt seine Mittheilungen theils aus eigener Anschau. wäre. Umschreibungen wie Natzâyir (XXXVII, Z. 9) geben eine ung, theils nach den Verichten Anderer, wobei ein altes Compen. falsche Aussprache. Die meisten der ziemlich zahlreichen Druckfehler dium, welches den meisten Beschreibungen des heiligen Landes sind leicht zu verbessern. Manche freilich geben Falsches, z. B. aus damaliger Zeit zu Grunde liegt, eine nicht unbedeutende Rolle CIII, 1 Muslim (+ 26) statt 261; als Drudfehler muß wohl spielt. In der Darstellung scheidet sich beides ziemlich bestimmt; auch Mula' statt Mut'a (S. 80 unt.) und bidha' statt bidha'ah wo er aus eigener Anschauung erzählt, ist er klar, ausführlich und (S. 141 unten) gelten. In der Schreibung der Eigennamen ist | manches Neue und Eigenthümliche bringend, wo er dem alten aber jedenfalls die größte Sorgfalt anzuwenden. Neben dem richs Compendium folgt, ist er weit kürzer, undeutlicher und mehr oder tigen Abu Kilâbah findet sich auf derselben Seite (238) Abu | minder verworren. Dies leştere ist aber bei ihm doch noch wenis Kulabah, wie Alkâma (S. 401) neben ‘Alkama (S. 400). ger der Fall als bei Johannes von Würzburg, wo dieser ebenfalls Gabbalah (S. 263) sollte Gabalah heißen und Schimr ebendaselbst nach dem alten Compendium berichtet. Die Anordnung des Ganzen Schammir. S. 483 lies Schu'bah statt Scha'bah und 517 ‘Ablah ist bei Theoderich gleichfalls viel regelmäßiger und folgerichtiger. für Ibla u. s. w. Die Ueberseßung: „Die Geduld ist schön" (S. 65, Dem Texte des Theoderich sind vier Fragmente von Beschreibungen 3. 30) sollte einem Kenner der Koranсommentare nicht aus der Jerusalems und des heiligen Landes angehängt, von unbekannten Feder kommen. 'Arý (S. 438 Anm.) heißt nie Treppe, Leiter, Verfassern, ebenfalls aus der Zeit der Kreuzzüge, von denen das sondern mi frâg. Statt ma'çun (S. 36, Anm. 2) ist jedenfalls dritte sich durch eine gewisse Vorliebe für Wundererzählungen aus. ma'sûm zu lesen uud S. 63, 17 Muçfarrât. In dem classischen zeichnet. Die Zuthaten Tobler's in Einleitung und Anmerkungen Arabisch ist nur Mufa'alah der Masdar der dritten Verbalform und verrathen, wie dies von ihm nicht anders zu erwarten, einen Reich. diese Form wäre in diesem Buche besser am Plaße als die abges thum historischen Wissens, den man nicht leicht bei einem andern schwächte, bei den Türfen und vielleicht auch in Indien gebrauchte finden wird. Der Text ist im Ganzen gut und lesbar hergestellt, Mufâ'ilah, vgl. Muşâhifah und Murâfikah (LXXII) und Musâ wogegen kleine Inconsequenzen, wie, daß er S. 1 die falsche Legart mirah (S. CLXVII, unten). Die Erklärung von Nasy (S. 536) | trinitatis und S. 78 civilatis in den Text jeßt und die Verbesje. beruht auf einer Vermengung der freilich aus derselben Wurzel er. | rung in den Anmerkungen bringt, während er sonst zweđmäßiger wachsenen Stämme nasa'a und nasija. Die Liste von solchen das umgekehrte Verfahren befolgt, und daß die falschen Lesarten kleinen Versehen und Unrichtigkeiten im Einzelnen ließe sich leicht S. 3 adventiis für adventitiis, S. 9 in arcu für in area, S. 39 noch vermehren. Richtige Vocalijation, überhaupt gewissenhafteste . respicientem für respiciens, S. 86 affuturum für affuluram

(oder ist dies bloß Drudfehler ?) gar nicht berichtigt werden, nicht endlichen Einfluß auf die Palastintrigen und die äußere Politik in Betracht kommen.

A. ausübten, falls sie nicht nur politischen Parteiungen als Folie

dienten, hat sich der Verfasser zu sehr von seinem katholischen Andlam, Frz. Freih. v., die byzantinischen Kaiser, ihre Palast. Standpunkte beirren lassen. Daß daneben eine Menge Ungenauig, und Familien - Gedichten, ihre Schidiale. Muitorische Studien. / feiten unterlaufen, z. B. ein Graf von Aurerre und Guy (Guido, Rainz, 1865. Kupferberg. (XII, 379 S. gr. 8.) 1 Thlr. 5 Sgr. | hier für einen Ort angesehen), wird Niemanden mehr wundern.

Eine neue gründliche und lesbare Bearbeitung der byzantini. | Kurz, eine zwar gut gemeinte, doch den Anforderungen unserer ichen Geschichte ist ohne Zweifel ein längst gefühltes Bedürfniß. Zeit auch nicht im mindesten entsprechende Arbeit, ohne Quellen. In der leßten 12 Jahren ist bei uns eine Fülle urkundlichen Maastudium, ohne historische Kritik, im höchsten Grade unzuverläjig. terials ans Tageslicht gefördert worden, auf das hin die Geschichte

Die Darstellung ist nicht im Stande, uns mit dem Mangel an des oftrömischen Reiches größtentbeils ganz umaestaltet werden eigener Forschung zu versöhnen; sie ist ungelent und manierirt, muß. Vor allem sind es die Handelsbeziehungen der Vyzantiner trocken und farblos. jul den italienischen Seestaaten, die in den Vordergrund treten müssen, und zu deren Aufhellung der verstorbene Tafel und sein

Soden, Frz. Freih. v., Oberstlieut., Gustav Adolph und sein rüftiger College Thomas jo viel beigetragen haben. Die firchlichen

Heer in Süddeutschland von 1631 bis 1635. Zur Geschichte

des 30jäbrigen Krieges. I. Bd. Von Biutav Adolphs (srscheinen in Verhältnisse find erst durch Miklosichs und Müllers Urfunden.

Süddeutschland bis zu seinem Tod. 1631 bis 1632. Mil Plan. jammlung ganz verständlich geworden. Finlay hat in seinen ver Nach archivalischen und anderen Quellen bearbeitet. Erlangen, 1965.

diedenen Werken, die eine zusammenhängende Geschichte Griechen Bläsing. (XXII, 525 S. gr. 8.) 2 Thlr. lands von der Römerzeit bis heute bilden, ohne selbst neue Urkunden Soll man sich freuen, oder soll man es bedauerit, daß in beizubringen, auch die Geschichte der byzantinischen Kaiser mit fri- neuester Zeit die Zahl der schriftstellerischen Arbeiten von „Nichttisdem Scharfsinn und politischem Scharfblic behandelt, mögen Historikern“ auf dem Gebiete der Geschichte so sehr anwächst, daß aud, wie er selbst nicht verkennt, manche seiner Hypothesen auf selbst gewilje ,,historische" Kreise von „istorischer Zunft“ mit Verjhwachen Füßen stehen und jüngeren Forschern unhaltbar erschei- achtung zu sprechen anfangen? Was an der Geschichtswissenschaft iten. Aber ein gewaltiger Fortschritt ist denn doch nicht zu ver. pandwerk ist, hat hent zu Tage eine staunenswerthe Vollständigkeit tennen, wenn mir seine Arbeit mit der Gibbons vergleichen, die, und Geseßmäßigkeit erreicht. Es giebt die strengsten mechanischen jo hohachtungswerth and die Gesinnung ihres Verfassers ist, Regeln für Kritif ; die Methode steht jo fest, daß man sie doch auf ein ganz unzureichendes Material basirt ist, und daher nicht umgehen fann, wenn anders inan nicht das Gebiet des von vorgefaßten Meinungen nicht frei sein kann. Wie verhält sich Wissenschaftlichen unbetreten lassen will. Die meisten von denen, nun vorliegendes Buch zu den neuesten Forschungen? Die Arbeiten die das leugnen, laborieren gerade an dem, was sie für unnöthig don Tafel und Thomas, Miklo ich und Müller, Finlay und an erklären und was doch nicht unnöthig ist; oder was sie selbstver. deren find dem Verfasser vollständig unbekannt geblieben, wie er ständlich nennen und sie doch nicht auszuüben verstehen. Vollends jelbst naiv eingesteht. Die lange Reihe der byzantinischen Reichs. derer, die meinen die nöthige Zahl gelehrt scheinender Anmerhistoriker hat er gewiß ebenso wenig durchgelesen, seine Quelle ist fungen unter einem bald anziehenden, bald durch unnahbare Gibbon und das ausgezeichnete , gediegene“, aber trotz St. Mar. Trockenheit abstoßenden Tert, ein bischen „Geräuspere und Ge. tin's und Brosset's Zusäken längst veraltete Werk von Le Beau. Ispucke“ von Kritik und Methode -: vollends ihrer ist eine unabs Es ist ein perwäsjertes Ercerpt aus Gibbon, was wir bier vor jehbare Zahl. Wir fönnten da zehn Werte für eins nennen; uns haben, reine Dilettantenarbeit, ein schwaches Seitenstück zu Werke, die zum Theil wenigstens in hoher Gunst bei dem Bebje's deutschen Hofscandalgeschichten. Der bejahrte Herr Verfasser Publicum stehen. Wir bescheiden uns, nur auf das vorliegende tritt nun freilich durchaus nicht mit gelehrten Prätensionen hervor; / zu weisen. Gewiß, ein Werk über Gustav Adolf ist ein Bedürfniß, er wil in der Chronique scandaleuse der byzantinischen Dynastie denn Gfrörer-Klopp dürfte doch wohl faum ausreichend genannt der Mits und Nachwelt eine „Warnungstafel, ein abschreckendes werden. Zweifelhaft aber dürfte es scin, ob die Frage nach Beispiel“ aufstellen. Weit entfernt, diese ehrenbafte Gesinnung zu Gustav Adolf und seine m veere, die Frage nach der mili. tabeln, müssen wir denn doch bekennen, daß ein solches Moralis tärischen Bedeutung des schwedischen Krieges die richtige wäre, firen in Rotted'icher Manier für die Geschichtsforschung ein längst | um diese Periode der Geschichte zu ergründen, oder auch nur, um überbundener Standpunkt ist. Und da eben alle Punkte in der sie erfolgreich aufzuhellen. Ja, wenn diese Frage noch in der Art bozantinischen Geschichte lediglich auf dem Probirstein haus. eines Clausewiß oder gar eines Losjau beantwortet würde: in der badener Moral geprüft werden, fann es an schiefen Urtheilen nicht | brillanten Weise dieser geistreichen Militärs, die trok aller Fehler Fehlen. Die Komnenen, die Palaeologen, wie jeben die bei Finlay im Einzelnen im Ganzen ein großartiges Bild zu entrollen verganz anders aus als bei Gibbon und dessen modernstem Nachbeter. stehen. Statt der großen Gesichtspunkte, statt eingehender genialer Gewaltige Confusion in der Chronologie, die doch nach Muralts Raisonnements und Entwidlungen über die strategischen Pläne Porarbeiten sich ziemlich genau feststellen läßt, frappirt auf jeder Gustav Adolf's, statt überhaupt nur Fragen wie die nach den Seite; dazu die Menge ungriechischer Endungen: Kantakuzeno, | Gründen, weshalb der König nach der Zerstörung Magdeburgs Romnenus, Palaeolog, Staura (für Stauratios), Aleris, Johan. | nicht auf Wien, sondern in die ligistischen Lande marschiert 26. — nices, Duras (Durazzo oder Dyrrhachion); dann Galerus für statt jolche Fragen aufzuwerfen, überfluthet der Freiherr v. Soden Galerius, Montserrat für Montferrat consequent, so daß kein den Leser mit einein wahren Sturzbade von Details, das zum Drudfehler obwalten kann, u. f. f. Die genealogischen Tafeln sind guten Theil nicht einmal wichtig ist, und jedenfalls in dem Zusamganz ungenau; in der der Palaeologen fehlt z. B. Thomas von menhange des vorliegenden Werkes eine klägliche Rolle spielt. Jn Torea, während dessen Brüder aufgeführt sind; auch die Raise. ein Werk über Gustav Adolf und sein Heer, das kurzsichtig immer rinnen zu numerieren, wie hier geschehen ist, scheint höchst bedenf nur auf das Nächste schaut, nur auf Futter- und Bestellzettel, auf lich, da nur einzelne als solche - Regentinnen wie Pulcheria, den Wortlaut gehaltener Neden und geschriebener Vriefe, gehört Irene, Zoe, Theodora — historische Bedeutung haben, im Uebrigen nicht auch noch das und jenes, was der Verfasser gerade weiß, und aber schon jeßt die Namen mancher Kaiserinnen festgestellt find, was doch auch interessant ist. In ein solches Werf gehört nicht bie hier nach Gibbons Vorgang ignorirt werden. Die Trichotomie (S.27) „eine Schlange von unglaublicher Größe mit einem Kopf, in Kriegss, Kirchen- und Palastgeschichte ist im höchsten Grade stö. wie eine große englische Dogge“, die „nach allgemein verbreitetem tenb, ba nirgendwo alle drei enger zusammenhängen als in By: Gerücht“ der Kaiser im Prater angetroffen habe; gehörten nicht janz; bei Beleuchtung der theologischen Streitigkeiten, die so un.' die Lieferungen des „Apotheker Paulus Gärtner zu Ochsenfurt“ an

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monde des morden. Die Trichotomie | (S. 27) „eine Schlange von ungianv.yu.

den König von Schweden, die in ein halb Pfund Ingber, ein | Das ist das Buch, über einen Gegenstand, der einer streng halb Pfund Pfeffer, vier Pfund ganze Nelken 2c. 2c. 2c. bestehen wissenschaftlichen Behandlung nicht minder werth ist, wie einer (S. 112; dazu eine andere Lieferung von demselben könig: rein populären Darstellung. Freiherr von Soden aber hat es, lich schwedischen Hoflieferanten auf S. 175), gehört ebensowenig | fürchten wir, weder der Gelehrtenwelt, noch dem Publicum recht das in dem „Inventar über die im Teutschen Hof zu Nürn- gemacht. herg vorhandenen Möbeln und anderen Sachen“ enthaltene Verzeichniß, „das ich vollständig mitzutheilen keinen Anstand nehme"

Annalen des Friedrich - Wilhelms - Gymnasiums zu Neu(S. 231 f.), gehört vollends nicht eine Betrachtung über Heren,

Ruppin. Programm zur 500jährigen Jubelseier desselben, von prozeije („auch begegnen uns um dieselbe Zeit einzelne Fälle Dir. Prof. Dr. W.F. L. Sch'wartz, Neu-Ruppin, 1865. Oehmigke von Herenprozessen, wobei jedoch der Rath von Nürnberg, wic u. Riemschneider in Comin. (60 S. kl. 4.) früher, so auch jeßt sehr schonend verfuhr“ u. 1. W. S. 315), oder Eine fleißige annalistische Zusammenstellung der auf die Ges ein Referat à la Clauren über die beiden im Mai und Sep. l ichichte des Gymnasiums zu Neu-Ruppin von dem Fabre 1365, tember üblichen Rathsmahlzeiten", die der Nürnberger Rath | wo desselben zuerst erwähnt wird, bis auf die Gegenwart bezüg„trok der herrschenden Noth und des allgemeinen Elends“ hieltlichen Facten, welche hic und da einen interessanten Beitrag zu der (S. 434 f.) u. s. w. u. 1. w.

deutschen Schul- und Bildungsgeschichte im Allgemeinen liefern. Aber das sind am Ende doch Nebendinge, nur Geschmadlosig- | Voran geht (S. 5 -- 14) eine diese Einzelheiten zu einem Gesammt. feiten, an denen der gelehrteste, gründlichste Schriftsteller laborieren | bilde zusammenfassende Einleitung, mobei es einigermaßen befremfann. Auch die introducierenden Worte des ersten Abschnittes | det, daß selbst in dergleichen Darstellungen die nationalen Triumphe (S. 3) mögen aus dem Wunsche hervorgegangen sein, möglichst unseres preußischen Volkes bei Düppel und Alsen" hineingezogen rasch in medias res zu eilen. Wir meinen jene weder besonders werden.

v.H. geistreiche, noch eben Neues enthaltende Stelle, welche auf die Erwähnung der Breitenfelder Schlacht vom 7./17. September 1631 folgt: „Die Schlacht bei Breitenfeld (deren Kunde übrigens, wie

Gifi, Dr. Wilh., der Antheil der Gidgenossen an der europäischen der Verfasser schon vorher sehr aufhellend (!) bemerkt, „sich blißes.

Politik in den Jahren 1512 — 1516. Ein historischer Versuch. schnell in ganz Deutschland verbreitete und mit sehr verschie

Schaffhausen, 1866. 'Hurter. (1 BI., XI, 285 S. 8.) denen Gefühlen aufgenommen wurde u. 1. w.“) hatte auch in so fern Mit einer fleißigen Erstlingsarbeit tritt bier ein junger großen Einfluß auf die Weltereignisse, als sie die unmittelbare Schweizer Gelehrter auf, der sich die Aufgabe gestellt hat, an der Veranlassung gab, daß der am 4. Juli n. St. 1630 vom Kaiser | Geschichte der militärischen Ereignisse und der diplomatischen auf dem Fürstentage zu Regensburg entlassene Wallenstein zum Verhandlungen nachzuweisen, wie einst in einer kurzen, abges unumschränkten Feldherrn der kaiserlichen Armee ernannt, den grenzten Periode die Eidgenossen entscheidend und bestimmend in Kriegsschauplaß nun abermals betrat, während Gustav Adolf am die Welthändel eingegriffen haben. Die Arbeit „unterscheidet sich", nämlichen Tage, wie schon andermärts (wo?) erwähnt, an der wie er selbst sagt, „wenn sich Kleines mit Großem vergleichen deutschen Küste in Pommern an's Land gestiegen war." So etwas läßt, von den entsprechenden Abschnitten von Ranke, Havemann, kann nur dazu beitragen, dieses Buch zur allgemeineren Lecture Lanz 11. A. dadurch, daß sie die Schweizer zum Mittelpunkte der untauglich, es ungenießbar zu machen. Wenn nur dann für das | Darstellung macht, von denen der schweizerischen Geschichtschreiber, Studium der wenigen gelehrten Fachgenossen um so größere Weis. daß sie mehr als diese die schweizerischen Dinge im Zusammenhange beit in ihm verborgen läge. Wir werfen einen Blic zunächst und vor mit den europäischen behandelt, von fast allen dadurch, daß sie Alem auf die ,,benußten Schriften.“ Zuerst eine Reihe von Archi- auch das außerordentlich reiche, seit Zluß und Kanke erschienene valien und ungedrudtem Material, aus denen, wie das Buch selbst historische Material in den Kreis der Betrachtung gezogen hat." lehrt, fast nur Beiträge zum allerminutiöfesten Detail zu schöpfen | Die Zujammenstellung, Vergleichung und Benußung des gerade waren. Sodann 48 gedructe Bücher. Von ihnen ist vielleicht der über diesen Zeitraum bei Italienern und Franzosen, Schweizern sechste Theil ungefähr oder genau gleichzeitig, das übrige sind spä- und Deutschen, Engländern und selbst Spaniern neuerdings be. tere Bearbeitungen zum guten Theil noch aus der Zeit des heiligen sonders massenhaft veröffentlichten Materials machen das Unter: römischen Reichs teutscher Nation. Die allerbekanntesten wichtig: nehmen schon an sich zu einem verdienstvollen. Eine umfangreiche sten Bücher fehlen: Chemniß, Londorp u. s. w., dafür findet man | Uebersicht der Quellen und die mit großer Gewissenhaftigkeit abzum Troste unter Nr. 33 Galetti, Geschichte des dreißigjährigen gefaßten Anmerkungen und Auszüge, die fast den vierten Theil des Krieges u. 1. w.

Bandes füllen, zeigen, wie sehr es dem Verfasser darum zu thun Der Wissenschaftlichkeit in der Sammlung des Materials ist, nicht nur aus alten Historien und Biographien, aus den neue. entspricht die Wissenschaftlichkeit seiner Benußung. Diese Benußungsten Publicationen der venetianischen, Florentinischen, Pariser oder besteht in nichts als in einer Aneinanderreihung aller nur mög- Londoner Archive sich selber zu belehren, sondern für seinen Gegen: lichen Notizen, in möglichster Ordnung. In einer Ordnung freilich, stand, nämlich eine zusammenhängende, auch das Detail nicht ver. die nicht als mustergültig hingestellt zu werden verdient. 218 schmähende Darstellung die breiteste Grundlage zu gewinnen. Nach Seiten hindurch ist – beispielsweise bereits von Gustav Adolf gere einer Einleitung, die in kurzer Uebersicht noch einmal die allgemei: det, dann auf S. 219 findet sich plößlich die Notiz, daß er „auch der nen Ereignisse von dem Zuge Karl’s VIII nach Italien bis zu der Löwe aus Mitternacht“ genannt worden sei u. s. w. Kritik fehlt Schlacht bei Ravenna rejuiniert, werden in zwei Abidnitten die ganz. Der Verfasser hätte Gelegenheit, er hätte die Pflicht gehabt, Kämpfe der Schweizer mit Ludwig XII um Mailand und die Andie genauesten Untersuchungen über Gustav Adolf's berühmte Rede | fänge Franz I, jein großer, entscheidender Sieg bei Marignano bis in Nürnberg anzustellen: er hat in Betreff ihrer nicht einmal eine auf den Abschluß des ewigen Friedens mit der Eidgenossenschaft, Ahnung von Zweifeln. Er untersucht nie, er erzählt nur – oder also kurz ihre Eroberung Norditaliens und der Verlust desselben vielmehr er häuft zusammen, auch da, wo es sich um Untersuchung an Frankreich erzählt. Bescheiden, in einem schlichten, hier und und Zerlegung handeln mußte.

da vielleicht noch etwas ungelenken Stil hält sich der Verfaffer treu Bei dieser freiwilligen Selbstbeschränkung seines literarischen annalistisch und streng objectiv an dem Faden der Ereignisse. Er Unterbaues ist es dann freilich nicht zu verwundern, wenn der weiß mit Geschick aus den Documenten selber die oft sehr wirren Verfasser mit einer ganz merkwürdigen Sicherheit seine Zahlen Knäuel der Verhandlungen, der von den kriegenden und paciscie. angiebt, und mit einer nicht minder merkwürdigen Unschuld als renden Mächten um die Wette bunt durch einander abgeschlossenen Beleg für sie einen Gfrörer nennt (S. 289).

Tractate abzuwideln; auch hat er sich durch die Lecture der

eutschen Mitteln wie idonc ls betrat, währ Armee ern

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