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No XIII.

Erstes Juliheft.

LEIPZIGER REPERTORIUM

der

deutschen und ausländischen Literatur.

Unter Mitwirkung der Universität Leipzig

herausgegeben

von

Dr. E. G. Gersdorf.

Funfzehnter Jahrgang.

III. Bds. 1. Hft.

Leipzig,

T. 0. Weigel.

Beurtheilende Anzeigen.

Seite

3

12

20

Brückner, B. B., Predigten. 2 Samml.

8

Eisenlohr, Ch. F. M., Samml. der Gesetze z. Schutze literar. Eigenthums. 13 Friedländer, M., der Rechtsschutz gegen Nachdruck.

13

10

Geffken, J., die Hamb. Niedersächs. Gesangbücher des 16. Jahrh..
Giebel, C. G., Lehrbuch d. Zoologie f. Schulen u. höhere Lehranstalten. 41
Haase, Th., die Beredtsamkeit, eine schöne Kunst.

36

41

29

Hoffmann, H., Lehrbuch d. Botanik f. Schulen u. höhere Lehranstalten.
Jahreshefte, württemb. naturwissenschaftliche.. VIII. 3. . . .
Kenngott, A., Lehrb. der Mineralogie f. Schulen u. höhere Lehranstalten:
Krug, A. O., Ideen zu einer gemeinsamen Strafgesetzgebung für

41

Ambrosius de officiis ministrorum; ed. Krabinger..

Beckhaus, F. W. K., d. Gaianischen Institutionen-Commentarien..
Böcker, F. W., die Vergiftungen.

Deutschland. Kuhn, J., katholische Dogmatik. Bd. 2.

Lauckhard, C. F., aus einem Lehrer-Tagebuche.

Lechler, G:v., das apostolische u. nachapostolische Zeitalter.
Marezoll, Th., Lehrbuch der Institutionen. 6. Aufl.

Meyer, H. A. W., krit. exeg. Handbuch üb. den Galaterbrief.
Mothes, Osk., allgem. deutsches Bauwörterbuch. 1. Lief.
Oesterlen, F., Handbuch der Hygieine.

Todesfälle.

Mathematik u. Astronomie.
Militairwissenschaften.

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Otte, H., archäologisches Wörterbuch.

Praslow, J., d. Staat Californien in medic.-geogr. Hinsicht.
Rossmann, G. W.J., Beiträge zur Kenntniss der Phyllomorphose. Hft. 1.
Schaarschmidt, C., der Entwickelungsgang der reinen Speculation.
Schliephake, F. W. Th., Einleitung in das Studium der Philosophie.
Schneider, A. F. H., zur Literatur der Schwenkfeldischen Liederdichter.
Schwenk, Chn., Grundzüge der darstellenden Geometrie.
Springer, A. H., kunsthistorische Briefe. Lief. 4.

Vierteljahrschrift d. naturf. Gesellschaft in Zürich. Jahrg. 2,
Volkmann, A. W., Zusammenstellung der gesetzl. Bestimmungen üb.
Verlagsrecht..

13

Waldmüller, F. G., Andeutungen zur Belebung der bildenden Kunst. 36

Bibliographie.

Universitätsnachrichten.

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59

Theologie.

[2907] Das neue Testament Griechisch nach den besten Hülfsmitteln kritisch revidirt mit einer neuen deutschen Uebersetzung und einem kritischen und exegetischen Kommentar von Dr. H. Aug. W. Meyer, CR. in Hannover. 2 Th., den Kommentar enth. 7 Abth. Des Paulus Brief an die Galater. 3. verb. u. verm. Aufl. Göttingen, Vandenhoeck u. Ruprecht. 1857. X u. 257 S. gr. 8. (1 Thlr.)

Auch u. den Titeln:

Kritisch-exegetischer Kommentar über das N. T. von u. s. w 7 Abth., des Paulus Br. an die Gal. enth. u. s. w.

oder:

Kritisch-exegetisches Handbuch über den Brief an die Galater

von u. s. W.

Ref. darf sich für der Mühe überhoben ansehen, die Art der Bearbeitung dieses in neuer, vielfach verbesserter Auflage erschienenen Contingents eines NTlichen Bibelwerkes näher zu bezeichnen, das bereits seit so langer Zeit her durch weite Verbreitung genugsam bekannt und mit vollem Rechte geschätzt ist, auch vor dem ihm parallel gehenden Olshausen'schen, von mehreren nach und nach eingetretenen Theologen bearbeiteten Bibelwerke den Vorzug hat, gleichsam aus einem Gusse in einerlei Geiste durchgeführt zu sein. Es kann demnach hier, wo auch nur partielle Vergleichung der neuen Auflage mit der vorhergehenden unthunlich wäre, der Ausdruck der Freude genügen, dass das beneficium neuer Be- und Durcharbeitung das Sendschreiben des grossen Apostels getroffen hat, welches ein rechter Schirm und Hort der wahren Freiheit eines Christenmenschen ist, der Freiheit, welcher, wie der Vf. S. IX sagt,,,grade im Bekenntniss unserer Kirche der volle Grund und Inhalt gewiesen und die schriftmässige Norm gegeben ist," daher auch Luther auf den Galaterbrief so grosse Stücke hielt und in drei verschiedenen Commentaren ihn erläuterte, aus welchen er auch in die Arbeit unseres Vfs. fleissig hineinspricht. Gern aber werden sich unsere Leser das mittheilen lassen, was der Vf. an die vorhin mitgetheilten Worte knüpft, indem er fortfährt:

..

,Was er der Galaterbrief - aber ist, das soll er auch bleiben und dafür erkannt werden, wie zu aller Zeit, so in der jetzigen, wo im Zusammenhange mit der kirchlichen Festigung, welcher man nach langer 1857. III.

1

Zerfahrenheit mit desto grösserem Bedürfen zustrebt, ein sehr fühlbarer Zug der Gesetzlichkeit durch die Kirche geht. Da legt sich die Gefahr nahe, menschliches und göttliches Thun, Kirchen- und Heilsordnung, Veränderliches und Ewigbleibendes, zerbrechliche Form und lebendiges Wesen mit einander gleichzusetzen, zu verwechseln und zu mengen. Solchen Irrungen aber ist unsere Kirche klar und entschieden genug und gerade nach den Grundsätzen entgegengetreten, welche vornehmlich in diesem Paulusbriefe bezeugt sind zu einem unwandelbaren göttlichen Richtscheit, damit nicht ein im heiligen Geiste gemachter Anfang kirchlicher Neugeburt zu einer Vollendung im Fleische entarte und was den ewigen Lebenskräften des Evangeliums angehört, im Gebiete des blossen Gesetzes und Rechtes wieder erstarre und verkomme."

Möge also besonders die theologische Jugend an der streng historischen Erklärungsweise des Vfs. sich auf- und erbauen und an seiner Hand vor so manchen Verirrungen sichern, die gerade jetzt sie blenden und irre führen können, wo man theils durch allegorische und andere geistliche Faseleien, theils durch altmodernen Schmuck eines von vorne herein gesetzten Orthodoxismus der Auslegung die Fortschritte der biblischen Wissenschaft wieder hemmt.

[2908] Das apostolische und das nachapostolische Zeitalter mit Rücksicht auf Unterschied und Einheit in Lehre und Leben dargestellt von Dr. Gha. Vict. Lechler, Dekan zu Knittlingen in Württemberg. 2. durchaus umgearb. Aufl. der von der Teyler'schen theol. Gesellsch. gekr. Preisschr. Stuttgart, Besser. 1857. XVI u. 536 S. gr. 8. (n. 2 Thlr. 12 Ngr.)

Die Umarbeitung dieses in erster Auflage binnen fünf Jahren vergriffenen und rühmlichst bekannten, nun mit Genehmigung der Preisertheiler in deutschen Verlag übergegangenen Werkes, zur Vertheidigung der Einheit des Urchristenthums in seiner neutestamentlich überlieferten Gestalt und Vielseitigkeit gegen die Angriffe der s. g. Tübinger Theologenschule, erstreckt sich formell und materiell: 1) auf angemessenere Gliederung des Ganzen, 2) auf gründlichere Erörterung der apostolischen ,,Lehrbegriffe," 3) auf eingehendere Beleuchtung des Entwickelungsganges der kirchlichen Parteien im apostolischen, sowie 4) im nachapostolischen Zeitalter, dies alles 5) unter fleissiger Berücksichtigung der seit der ersten Auflage veröffentlichten Forschungen andrer Gelehrten auf diesem Gebiete. Endlich ist 6) auch,,die Haltung des Ganzen eine weniger polemische" geworden, obwohl die apologetische natürlich nicht aufgegeben werden konnte, vielmehr 7) durch das Streben nach grösserer Bündigkeit, wissenschaftlicher Bestimmtheit und Klarheit des Ausdrucks vortheilhaft unterstützt worden ist. Unter der Menge angeführter Schriftsteller, welche das dritte der angehängten Register nennt, haben wir von Neueren nur zwei vielfach hier einschlagende: Hasse über das Leben des verklärten Erlösers im Himmel (Lpz. 1854) und Klöpper de origine epp. ad Eph. et Col. a criticis Tubingens. e gnosi Valentiniana deducta (Gryphiae 1853) vermisst. Gess, Lehre von der Person Christi, bedauert der Vf. nicht haben benutzen zu können. Ist uns ein materieller Wunsch erlaubt, der bei einer dritten Auflage wohl zu erfüllen wäre, so wünschten wir, der Vf. möchte die Usteri'sche, den Tü

bingern das Schwert recht eigentlich in der Hand lassende Ansicht, dass die,,Lehrbegriffe" der verschiedenen Apostel u. a. neutestamentlicher Schriftsteller schon von Anfang fertig gewesen und bis zu Ende ihres Lebens unbeweglich festgestanden, noch entschiedener fallen lassen und es nicht verschmähen, in der Weise wie dies von Koch am Beispiel Petri versucht und nur ungenügend durchgeführt worden ist, einen geradlinigen Fortschritt innerhalb der gemeinschaftlichen und individuellen Erleuchtung und Denkbewegung aller und der einzelnen Apostel, ähnlich der von ihr abhängigen des nachapostolischen Zeitalters, anzuerkennen. Anders als unter dem consequent festgehaltenen Gesichtspunct einer solchen lebensvollen Bewegung durch und mit einander wird aus dem Streit und Widerstreit jeder, auch der Anfangszeit des Christenthums, nicht gründlich herauszukommen sein.

[2909] S. Ambrosii Ep. Mediol. de Officiis Ministrorum libri III. Cum Paulini libello de vita S. Ambrosii. Ad Codicum MSS. editionumque praecipuarum fidem recognovit et adnotatione critica illustravit Jo. Georg. Krabinger. Tubingae, Laupp. 1857. XII u. 420 S. gr. 8. (2 Thlr. 4 Ngr.)

Nach der Gilbert'schen Ausgabe der Officien des h. Ambrosius in Gersdorfs Bibliotheca Patrum Ecclesiast. selecta, Vol. VIII. (Lips. 1839) schien Herrn K. darum eine neue nöthig, weil Gilbert, quum in libris manu exaratis, quos inspexit, altero Dresdendi, altero Gothano, utroque recentioris aetatis ac deterioris notae, ad textum emendandum parum invenisset auxilii, Maurinorum recensionem maxima ex parte retinendam putavit. Herr K. hat zu Paulinus sechs Handschrr. und sechs Editionen, zu Ambrosius 11 Handschrr., unter ihnen vor allem die Würzburger, aus der Zeit Ludw. des Frommen, und 9 Ausgaben einschliesslich der Gilbert'schen verglichen, und mit den gefundenen Varianten zu Paulinus zwei Bogen, zu Ambrosius 104 Bogen engen Druckes angefüllt, dadurch aber freilich die Anschaffung des werthvollen -Buches Vielen erschwert.

[2910] Katholische Dogmatik. Von Dr. J. Kuhn, o. Prof. d. Theol. zu Tübingen. 2. Bd. Die Trinitätslehre. Tübingen, Laupp. 1857. Xu, 670 S. gr. 8. (n. 2 Thlr. 20 Ngr.)

Auch u. d. Tit.:

Die christliche Lehre von der göttlichen Dreieinigkeit. Von u. s. w.

Der Vf. hat sich die Aufgabe gestellt, die in seiner Einleitung in die Dogmatik (Tüb. 1846) entwickelten Grundsätze dogmatischer Darstellung dadurch zu erproben, dass er sie in ihrer vollen Ausdehnung und Strenge auf,,das Fundamentaldogma des christl. Glaubens, die Trinitätslehre," welche nach mehrjähriger Unterbrechung durch andre Arbeiten nun als zweite Abtheilung des ersten Theils seiner Dogmatik erscheint, anwandte. Jene Grundsätze resumirend, sagt er S. 5 f.:

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