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beit, unter dem Kinn nicht selten runde Schließen fachen in Burgund gefunden worden. Der schwere aus Gold sehr zierlicher Arbeit und mit rothem Armring aber aus reinem Golde und die goldenen Glas ausgelegt; mehrere Halsgehänge waren von Schnallen mit eingelegtem rothem Glas, deren Aufdurchbohrten Amethysten und andern edeln Steinen, findung ben Tittmoning und Erwerb wir haupt: um die Hüften lagen ben vielen runde bronzene fächlich Herrn Aktuar Wierend und Registrator durchbrochene Zierden, welche an Gürteln gebaftet Sedelmeier perdanken, schließt sich in Bezug hatten und zwischen den Schenkeln je zwey Schließen auf die Arbeit und Ausschmückung den Schmudia: von bergoldetem Silber in mannigfaltigfter Form und dhen von Nordendorf an. eigentümlicher Weise der Verzierungen. Dazu kom:

Der große goldene Hauptschmuck aber, der men viele andere Geräthe, Kugeln von Krystall,

bey Spener einige Fuß unter dem Sandboden geKämme von Bein, römische Münzen und in den

funden wurde und im Besitz des k. Antiquariums Gräbern der Kinder mancherlen Spielzeug.

ist, zeigt dieselbe Weise dieser fremdartigen Arbeit Die Gräber von Langwied zeigten ohngefähr uns in einem noch größeren und bedeutsameren dieselben Gegenstände, auch wurden hier die Reste Benspiel. eines bronzenen Gefäßes mit Haselnüssen gefunden.

Daß diese Sachen ebenfalls der christlichen Was die Zeit belangt, der diese Werke gehö: Zeit angehören, ist besonders aus dem Funde ben

ist zunächst zu bemerken, daß zwar römische Lausanne klar, der mehrere christliche Symbole, uns Sachen sich unter ihnen finden, wie Münzen, mei- ter ihnen Daniel in der Löwengrube wiederholt, ftens durchbohrt und darum als Schmud getragen, dazu christliche Inschrift in lateinischer Sprache zeigt, das genannte bronzene Gefäß, die Halsketten, wel: daß fie germanischen Völkern gehören, wird durch che aus Glas: und andern Korallen bestehen und den Namen Nasualdus (Naßwald) bestätigt, der ähnliches; aller übrige Schmuck aber ist weder grie: auf einer Schließe bey Tronon in der Inschrift fich chisch noch römisch, und zeigt in den zwar etwas findet. rohen, aber reichen Verzierungen von Linien in viel:

Es kann darum keinem Zweifel unterliegen, fältigen Verschlingungen, von Gestalten in Thieren

daß die reichhaltigen und bedeutsamen Schmudsa: und Menschen ein den beyden klassischen Völkern

chen, welche sich auf dieser ganzen Strecke von Län: ganz fremdes und mehr nach dem Orient hindeu:

dern in der lekten Zeit gefunden haben, den ger: tendes Gepräge.

manischen Völkern angehören, welche sich im vierten Die römischen Münzen, die gefunden wurden, und fünften Jahrhundert an der nördlichen Seite reichen bis Constantin und Helena, also bis in

der Alpen auf römischem Gebiet erobernd niedergedas vierte Jahrhundert unserer Zeitrechnung; dazu

lassen haben und unter den Namen Burgundios kommt die Erscheinung des christlichen Kreuves. nen, Alemannen, Sueven und Bajuarier Wir werden dadurch in die Periode geführt, wo in die Geschichte eintreten. Die Schmudsachen bez um die genannte Zeit die germanischen Völker fich ginnen mit den Zeiten ihrer ersten Ansiedlung und hier niedergelassen und auf den Trümmern römi:

zeigen, daß das Christenthum unter ihnen bereits scher Provinzen ihre Staaten zu gründen angefan: aufgenommen war. Sie erstrecken sich besonders in

der Schweiz auch in spätere Jahrhunderte und bis Zur näheren Bestimmung müssen die Alter- auf die Karolinger herab. thümer beygezogen werden, die Sr. Friedrich Troyon

Anlangend den Inpus ihres Schmuces und bey Lausanne ausgegraben und beschrieben hat,

den ganzen Charakter der Arbeit, so ist er als ein ähnliche im westlichen Schwaben gefundene, die in

originaler mit jenen Völkern nach ihren neuen Wohnder Sammlung des Herrn Herzogs Alerander von

fiyen gekommen, zu betrachten und follte die Uns Würtemberg fich befinden.

nahme unzuläßig seyn, daß dieselben unter sich selbst Mit ihnen übereinstimmend sind ähnliche Schmuc: nicht Urbeiter von der Geschidlichkeit gehabt hätten,

gen haben.

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wie zur Herstellung so feiner Zierrathen nöthig ist, ser oder die atmosphärische Luft zugeschrieben. Wenn so läßt fich vermuthen, daß die Arbeit durch servi daher in iepiger Zeit, da man die Sache als längst artifices, welche sie im Kauf erworben oder durch abgethan betrachtet, eine Beobachtung gemacht wird, römische Künstler geschah, welche für die Fremden welche auch nur scheinbar der früheren Unsicht der und im Geschmad der sogenannten Barbaren ar: Bildung unorganischer. Theile durch die Vegetation beiteten.

günstig werden könnte, so ist es nicht zu verwun:

dern, daß eine solche Arbeit sogleich die allgemeine Wichtig find diese Funde an sich wegen ihrer Aufmerksamkeit auf sich ziehen und zu Erklärungen Mannigfaltigkeit, Zierlichkeit und theilweisen Schön

und Widerspruch Veranlassung geben mußte. Ich heit, als auch wegen ihrer historischen Beziehung. erlaube mir daher, mit einigen Worten auf eine Sie liefern die germanischen Anfänge chriftlicher Arbeit zurüđzukommen, welche vor wenigen Jahren von Kunst und beleuchten die Zustände germanischer Ge:

meinem Vater ausgeführt wurde und deren Resultate schichte und Sitte, in einem Zeitraum, in welchem

unter dem Titel: „Ueber die Absorption der Salze die Geschichte gerade über die Bildung der deut:

durch gesunde, mit unverlegten Wurzeln bersehene fden Völker ein nur spärliches Licht fallen läßt.

Pflanzen" in den Denkschriften der t. Akademie der Wissenschaften mitgetheilt sind. Uis ein Anhang dieser Abhandlung und als ein ihr nicht wesentlich integrirender Bestandtheil werden einige Versuche

über das Vorkommen des Schwefels in den Pflan: Mathematisch - physikalische Classe.

gen angeführt.

Es wurde dort zu beweisen verIn der Sizung am 9. November 1844 wurde fucht, daß aus einer bestimmten Menge Kressensaa

nachfolgende Abhandlung des Dr. Aug. Vo: men, deren Schwefelgehalt bekannt ist, Kreffenpflan: gel jun.: Ueber den Sdwefelgehalt zen entstehen, die, obgleich in Verhältnissen gemach

sen, welche die Zufuhr von Schwefel ausschließen, der Pflanzen vorgelesen.

mehr Schwefel enthalten, als die zu ihrer Erzeugung

angewendeten Saamen. Vor allem ist zu bemerken, Daß der Prozeß der Vegetation unorganische jenen Versuchen nur als eine annähernde bezeichnet

daß die quantitative Bestimmung des Schwefels in Körper bittedaß , z. B. durch das Steimen kausti:

worden ist, da es sich nur um die Frage handelte: sches Kali, Eisenoryd ?. entstehe, daß während des

Ist in den unter Ausschluß des Schwefels wachsen: fortschreitenden Wachsthums einer Pflanze in ihren

den Pflanzen mehr Schwefel enthalten, als in den Knoten Kieselsäure gebildet werde, dieß ist eine

Saamen, aus welchen fie entstanden ? -- nicht aber: Ansicht, der man früher allgemein huldigte, basirt

Um wie viel mehr Schwefel ? auf Versuche, welche nach den damaligen Mitteln der Wissenschaft alles Bertrauen verdienten. Seit: Daß an die Annahme einer Bildung des dem eß aber durch die Bervollkommnung der ana:

Schwefels durch die Vegetation in keiner Weise ges lytischen Chemie gelungen ist, genaue Bodenanalysen dacht wurde, sondern es nur der Zweck der abauszuführen und durch verbesserte Methoden Körperhandlung war, das einfache Factum ohne den Ber: in einigen Mineralien nachzuweisen, von deren Ges such einer Erklärung hinzustellen, geht aus dem genwart man sonst keine Ahnung hatte, wie z. B. Schlusse deutlich hervor, wo es beym Resumé sub das Kali im Feldspath, im Ralfstein 2., io hat Nro. 14 ausdrüdlich heißt: „daß nicht hinreichend man natürlich die Bildung einer unorganischen Sub- genügende Thatsachen vorhanden sind, um mit Bez ftanz durch einen organischen Vorgang als völlig stimmtheit nachzuweisen, woher der Schwefel, wel: nichtig betrachtet und das Vorkommen aller feuer: cher sich in einigen Pflanzen befindet, entnommen beständigen Bestandtheile in den Vegetabilien der

werbe? Aufnahme von außen, durch den Boden, das Was- Der Gegenstand ist indeß allerdings so bedeu:

in

tend durch die Consequenzen, welche aus der Con: Orte seiner Entstehung angetroffen wird. ES ift statirung der Thatsache gezogen werden können, daß bekannt, daß der Schwefelwasserstoff durch die gleiches nicht überflüßig erscheinen darf, wenn ich es mir zeitige Einwirkung des Sauerstoffs aus der Luft zur Aufgabe mache, die früheren in der Abhandlung und des Wassers schnell zerfekt wird. Diese leichte selbst nur als annähernde Bestimmungen bezeichneten Zerlegbarkeit des Schwefelwasserstoffs ist eine wohlVersuche durch genaue und ausführliche zu ergän: thätige Einrichtung der Natur, denn ohne diese zen. Ueberdieß lag es ganz in der Absicht der nur Eigenschaft müßte nothwendig die Atmosphäre vorläufig mitgetheilten Beobachtungen, die Aufinert ihrer ganzen Ausdehnung von diesem übelriechenden famkeit auf diesen Gegenstand zu lenken und gründ: Gase imprägnirt seyn. Wir wissen aber, daß in liche Wiederholungen von verschiedenen Seiten zu Gegenden, wo Schwefelquellen fich befinden, außer veranlassen.

in der nächsten Nähe der Quelle durchaus fein Um die Zufuhr des Schwefels von außen ab:

Geruch in der Umgebung wahrzunehmen ist. So zuschneiden, wurden bep den von mir angestellten leicht nur durch Schwefelwasserstoffg as den Pflan: Versuchen ganz dieselben Vorsichtsmaaßregeln ange

zen, welche in der Erde wachsen, wo sich stets wendet, welche in der oben erwähnten Abhandlung Körper in Verwesung befinden, Schwefel zugeführt schon beschrieben sind. Die Kressensaamen keimten

werden kann, so halte ich diese Annahme doch nicht in gestossenem Glaspulver, welches vorher untersucht

denkbar für Pflanzen, die wie in den zu beschreisich vollkommen frey von schwefelsauren Salzen er:

benden Versuchen in Glaspulver wachsen, an einem wiesen hatte. Das Begießen der jungen Pflanzen

Orte, in dessen Nähe sich kein Schwefelwasserstoff fand mit destillirtem Wasser statt. Ueber das Ger

entwickeln kann. Wie unbedeutend übrigens der Ge: fäß, worin die Pflanzen wuchsen, war eine Glas:

halt des Schwefelwasserstoffs in der frenen Luft feyn glode gestürzt, in welcher täglich die Luft durch muß, geht aus einem directen, zur Bestimmung dieneue, vorher in einer großen Flasche mit verdünnter fes Körpers in der Luft von mir angestellten Ber: Blenesfiglösung geschüttelte Portionen ersegt wurde.

suche hervor. Vermittelst eines im Freyen aufge: Auf dem Boden des Tellers, welcher der Glode

stellten Gasometers leitete ich einen beständigen zur Basis diente, befand sich eine dünne Schicht Luftstrom in verdünnte Kupfervitriollösung, die sich von Magisterium Bismuthi, so daß die geringste

in einem langen Cylinderglas mit engem DurchmesBeymengung von Schwefelwasserstoff in der Ut:

ser befand, so daß die langsam durchstreifenden mosphäre durch eine dunklere Färbung des Wismuth

Luftblasen vom Boden des Cylinders an bis zur orydes sogleich hätte bemerkbar werden müssen. Die

Oberfläche der Flüßigkeit einen Weg von 11 Fuß Glode war durch Wasser von der äußeren Atmo: zu passiren hatten. Nach vier Wochen, in welsphäre abgesperrt. Diese Vorsichtsmaaßregeln wur:

cher Zeit der Luftstrom nur selten unterbrochen den angewendet, um einem von dem französischen

wurde, hatte sich die Flüßigkeit auch nicht im min:

Wenn daher die Schwefelmenge Chemiker Huraut *) gemachten Einwurf zu begeg: desten verändert. nen, welcher die atmosphärische Luft als eine sehr in einem so großen Volumen Luft eine für uns wesentliche Quelle des Schwefels für die Vegeta: durch empfindliche Keagentien nicht wahrnehmbare bilien betrachtet. Da fich durch jede Verwesung ist

, so sind wir auch nicht berechtigt, sie zur ErSchwefelwasserstoff entwiceit, so ist es, wie Hürautklärung des Schwefelgehaltes in den Pflanzen zu Tehr richtig bemerkt, nicht zu bezweifeln, daß fich gebrauchen. in der Luft dieser in Gasform befindet. Nur scheint

(Schluß folgt.) es mir wahrsdeinlich, daß dieses nie weit von dem

*) S. Journal de Pharmacie et de Chimie. 1843.

T. III. p. 360. Th. Huraut: Sur l'origine du soufre dans les vegetaux.

1845 Nr. 2.

Gelehrte Anzeigen

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Königl. Akademie der Wissenschaften. Durch das Absperren der Glocke mit Wasser

wurde bezwedt, den Zutritt der schwefligen Säure

abzuhalten, im Falle sich diese entwickeln sollte. Mathematisd) - physikalische Classe.

Zur Bestimmung des Schwefels in den Pflan:

zen bediente ich mich folgender Methode. Der zu In der Sitzung am 9. November 1844 wurde

untersuchende Theil der Pflanze wurde völlig genadyfolgende Abhandlung des Dr. Aug. Vo:

trocknet möglichst fein zerschnitten oder gepulvert und gel jun.: Ueber den Schwefelgehalt mit seinem gleichen Gewichte kohlensauren Kali und der Pflanzen vorgelesen :

Salpeter in einem Mörser innig gemengt. Dieß
Gemeng brachte ich in kleinen Portionen in schmel:

zenden Salpeter. Erst wenn die im Fluß sich be: (Schluß.)

findende Masse wieder ganz weiß geworden, wurde Das Schwarzwerden von Delgemälden mit eine neue Portion des Gemengs eingetragen. Das der Zeit, daß man der Vereinigung des Blerweißes Glühen des Salpeters geschah über der Weingeist: mit Schwefelwasserstoff in der Luft gewöhnlich zu: lampe. Nach dem völligen Erkalten des Tiegels schreibt, könnte indeß immer noch zur Annahme, wurde dessen Inhalt mit heißem Wasser aufgelöst, wenn auch nur einer sehr geringen Spur von Schwe: durch Salpetersäure übersättigt und mit Chlorbaryum felmasserstoff in der Luft führen. Zuerst müßte man versegt. Der Niederschlag entstand bisweilen erst aber hier zu der Gewißheit gelangen, daß dieses nach einer halben Stunde. Ich ziehe diese Me: Schwarzwerden wirklich in der Zersekung des Schwe: thode der anderen, die Pflanzen mit kochendem felwasserstoffs der Luft durch das Blenweiß des Königswasser auszuziehen, vor, indem stets eine sehr Bildes seinen Grund habe. Doch auch die als lange Einwirkung der Säure nöthig ist, um allen Thatsache angenommen scheint mir die Aufnahme Schwefel in Schwefelsäure überzuführen. des Schwefels durch die Pflanzen auf diesem Wege Zu den Versuchen wurden Kressensaamen von nicht zuläßig zu seyn, da die Bilder erst nach vie: demselben Jahrgang und auf demselben Beete ge: len Decennien und auch dann nur, wenn sie unter wachsen angewendet. 40 Gran dieser Samen durch ungünstigen «mständen aufbewahrt waren, ihre Farbe sorgfältiges Aussuchen von allen fremden Theilen ins Braune ändern, während Pflanzen, von denen befreyt theilte ich durch das Gewicht in zwen gleiche in unseren Versuchen die Rede ist, nur einige Mo: Theile, wovon 20 Gran unter Anwendung der be: nate zu ihrer vollkommenen Ausbildung nöthig ha: zeichneten Vorsichtsmaaßregeln in Glaspulder zum ben. Dieser kurze Zeitraum scheint aber jedenfalls Reimen gebracht wurden; die andere Hälfte benüşte unzureichend zu seyn, um den Pflanzen durch die ich zur Bestimmung des Schwefels nach der be Luft eine wägbare Menge Schwefel zuzuführen. beschriebenen Methode.

Diese 20 Gran Samen, auf gewöhnlichem Die Zusammenstellung der Schwefelbestimmun: Boden gewachsen, gaben 1,943 Gran fchwefelsauren gen giebt folgendes Resultat: Baryt, was 0,268 Gran Schwefel entspricht.

I. 48,22 Gran Samen enthalten Die im Dezember gefäten Samen entwidelten

0,306 Schwefel. sich unter den erwähnten für ihre Vegetation nicht

II. 28,63 Gran Samenkapseln ganz günstigen Umständen zwar langsam, aber doch

enthalten

0,095 so, daß im März die Pflanzen in Blüthe standen III. 106,34 Gran Blätter und und Anfangs Mai die reifen Samen gesammelt

Stängel enthalten 0,120 werden konnten. Nachdem die Pflanzen vertrocknet

0,521 udaren, wurden die Samen, Samenkapseln, die

Die aus 20 Gran Samen, welche 0,268 Stängel mit den Blättern, jeder Theil für sich, untersucht. Die sehr fasrigen Wurzeln verwendete ich

Gran Schwefel enthalten, gezogenen Pflanzen zeignicht zur Untersuchung, da die lekten ihnen an:

ten einen Schwefelgehalt von 0,521, also um hängenden Reste des Glaspulvers nicht vollkommen

0,253 d. i. etwas über das Doppelte mehr, als getrennt werden konnten. Zu bemerken ist noch, die angewendeten Samen. Es ist nicht zu über: daß eine gleiche Menge Kressensamen, nämlich 20

sehen, daß bey weitem nicht alle Samen in dem Gran in einem Blumentopfe in gewöhnlicher Gar:

Glaspulver aufgegangen waren, daß ferner der tenerde wachfend in 3 Monaten schon, also in der Schwefelgehalt in den Wurzeln nicht mit bestimmt Hälfte der Zeit, welche die im Glas keimenden wurde. Pflanzen brauchten, vollständig gereift waren.

Daß die Kressenpflanze einen großen Theil Die aus 20 Gran Samen gezogenen Pflan

ihres Schwefels aus dem Boden aufnimmt, zeigt zen wogen bey 100° C. getrocknet mit Ausschluß

die Vergleichung der Schwefelmenge des in gewöhn

lichem Boden und des in Glaspulver gezogenen der Wurzeln 157,19 Gran, nach den einzelnen

Samens. Ersterer enthält 1,34 Proc., legterer Sheilen der Pflanze bestimmt:

nur 0,63 Proc. Schwefel.
48,22 Gran Samen,
28,63 Gran Samenkapseln,

Der Schwefel ist unzweifelhaft eine wesent:

liche , wenn auch nicht unumgänglich nothwendige 106,34 Gran Stängel und Blätter.

Bedingung des Wachtshums dieser Pflanze; dieß 157,19

geht schon daraus hervor, daß die mit Ausschluß Von den 48,22 Gran in Glas gezogenenert

des Schwefels wachsende Pflanze beynahe das DopSamen wurden 41,35 zur Schwefelbestimmung ver:

pelte der Zeit zur völligen Uusbildung nöthig hatte, wendet. Der Rest der Samen in gewöhnliche Erde

als die in der Erde wachsende, und außerdem nicht gesät keimte in kurzer Zeit und erzeugte ganz nor:

so kräftig war. male Pflanzen. Man sieht daraus, daß auch in Uebereinstimmend mit Berzelius *) ist es ganz Glaspulver, also von Humus völlig ausgeschlosse: unsere Meinung, daß man gewiß einen großen Irrs nem Boden gewachsene Vegetabilien der Fortpflan: thum begehen würde, wenn man aus diesen Ver: zung fähige Samen hervorbringen können.

suchen auf eine Bildung des Schwefels schließen 41,35 Gran Samen gaben 1,914 fchwefel:

wollte. Nur tann dessen „Ursprung," wie es mir fauren Baryt = 0,264 Schwefel, also die ganze

scheint, nicht der Methode, die in den beschriebenen Menge der Samen 48,22 Gran enthalten 0,306

Bersuchen angewendet wurde, zugeschrieben werden. Schwefel. 28,63 Gran Samenkapseln gaben 0,689

Es kömmt übrigens auf die Methode der SchweGran schwefelsauren Barnt = 0,095 Schwefel, felbestimmung hier nicht an, wenn sie nur in allen 106,34 Stängel und Blätter gaben 0,87 schwefel: sauren Baryt = 0,12 Schwefel.

*) S. Berzelius Jahresbericht 1844 p. 310.

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