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1845 Nr. 2.

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Königl. Akademie der Wissenschaften.

Durch das Absperren der Glode mit Wasser wurde bezweďt, den Zutritt der schwefligen Säure

abzuhalten, im Falle sich diese entwickeln sollte. Mathematisch ) - physikalische Classe.

Zur Bestimmung des Schwefels in den Pflan:

zen bediente ich mich folgender Methode. Der zu In der Sißung am 9. November 1844 wurde

untersuchende Theil der Pflanze wurde völlig ge: nachfolgende Abhandlung des Dr. Aug. Vo:

trodnet möglichst fein zerschnitten oder gepulvert und gel jun.: Ueber den S dwe felgehalt mit seinem gleichen Gewichte kohlensauren Kali und der Pflanzen vorgelesen :

Salpeter in einem Mörser innig gemengt. Dieß
Gemeng brachte ich in kleinen Portionen in schmel:

zenden Salpeter. Erst wenn die im Fluß sich be(Schluß.)

findende Masse wieder ganz weiß geworden, wurde Das Schwarzwerden von Selgemälden mit eine neue Portion des Gemengs eingetragen. Das der Zeit, das man der Vereinigung des Bleyweißes Glühen des Salpeters geschah über der Weingeistmit Schwefelwasserstoff in der Luft gewöhnlich zu:

lampe. Nach dem völligen Erkalten des Tiegels schreibt, könnte indeß immer noch zur Annahme, wurde deffen Inhalt mit heißem Wasser aufgelöst, wenn auch nur einer sehr geringen Spur von Schwe: durch Salpetersäure übersättigt und mit Chlorbaryum felmasserstoff in der Luft führen. Zuerst müßte man versekt. Der Niederschlag entstand bisweilen erst aber hier zu der Gewißheit gelangen, daß dieses nach einer halben Stunde.

nach einer halben Stunde. Ich ziehe diese Me: Schwarzwerden wirklich in der Zersebung des Schwe: thode der anderen, die Pflanzen mit kochendem felwasserstoffs der Luft durch das Bleyweiß des Königswasser auszuziehen, vor, indem stets eine sehr Bildes seinen Grund habe. Doch auch dieß als lange Einwirkung der Säure nöthig ist, um allen Shatsache angenommen scheint mir die Aufnahme Schwefel in Schwefelsäure überzuführen. des Schwefels durch die Pflanzen auf diesem Wege Zu den Versuchen wurden Kressensaamen von nidt zuläßig zu seyn, da die Bilder erst nach vie demselben Jahrgang und auf demselben Beete ges len Decennien und auch dann nur, wenn sie unter wachsen angewendet. 40 Gran dieser Samen durch ungünstigen Umständen aufbewahrt waren, ihre Farbe sorgfältiges Aussuchen von allen fremden Iheilen ins Braune ändern, während Pflanzen, von denen befreyt theilte ich durch das Gewicht in zwey gleiche in unseren Versuchen, die Rede ist, nur einige Mo- Theile, wovon 20 Gran unter Anwendung der be: nate zu ihrer vollkommenen Ausbildung nöthig ha: zeichneten Vorsichtsmaaßregeln in Glaspulver zum ben. Dieser kurze Zeitraum scheint aber jedenfalls Keimen gebracht wurden; die andere Hälfte benüşte unzureichend zu seyn, um den Pflanzen durch die ich zur Bestimmung des Schwefels nach der be: Luft eine wägbare Menge Schwefel zuzuführen. beschriebenen Methode.

20

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Diese 20 Gran Samen, auf gewöhnlichem Die. Zusammenstellung der Schwefelbestimmun:
Boben gewachsen, gaben 1,943 Gran fchwefelsauren gen giebt folgendes Resultat:
Baryt, was 0,268 Gran Schwefel entspricht.

I. 48,22 Gran Samen enthalten
Die im Dezember gefäten Samen entwickelten

0,306 Schwefel. sich unter den erwähnten für ihre Vegetation nicht

II. 28,63 Gran Samenkapseln ganz günstigen Umständen zwar langsam, aber doch

enthalten

0,096 so, das im März die Pflanzen in Blüthe standen III. 106,34 Gran Blätter und und Anfangs Mai die reifen Samen gesammelt

Stängel enthalten 0,120 werden konnten. Nachdem die Pflanzen vertrodnet

0,521 waren,

wurden die Samen, Samenkapseln, die Stängel mit den Blättern, jeder Theil für sich, un:

Die aus 20 Gran Samen, welche 0,268 tersucht. Die sehr fasrigen Wurzeln verwendete ich

Gran Schwefel enthalten, gezogenen Pflanzen zeignicht zur Untersuchung, da die letzten ihnen an:

ten einen Schwefelgehalt von 0,521, also um hängenden Reste des Glaspulvers nicht voufommen

0,253 d. i. etwas über das Doppelte mehr, als getrennt werden konnten. zu bemerken ist noch,

die angewendeten Samen. Es ist nicht zu über: daß eine gleiche Menge Kressensamen, nämlich 20

sehen, daß bey weitem nicht alle Samen in dem Gran in einem Blumentopfe in gewöhnlicher Gar:

Glaspulver aufgegangen waren, daß ferner der
tenerde wachsend in 3 Monaten schon, also in der Schwefelgehalt in den Wurzeln nicht mit bestimmt
Hälfte der Zeit, welche die im Glas keimenden wurde.
Pflanzen brauchten, vollständig gereift waren.

Daß die Kreslenpflanze einen großen Theil
Die aus 20 Gran Samen gezogenen Pflan:

ihres Schwefels aus dem Boden aufnimmt, zeigt zen wogen bey 100° C. getrodnet mit Ausschluß

die Vergleichung der Schwefelmenge des in gewöhn:

lichem Boden und des in Glaspulver gezogenen der Wurzeln 157,19 Gran, nach den einzelnen

Samens. Ersterer enthält 1,34 Proc., lekterer
Sheilen der Pflanze bestimmt:

nur 0,63 Proc. Schwefel.
48,22 Gran Samen,
28,63 Gran Samenkapseln,

Der Schwefel ist unzweifelhaft eine wesent:

liche, wenn auch nicht unumgänglich nothwendige 106,34 Gran Stängel und Blätter.

Bedingung des Wachtshums dieser Pflanze; dieß 157,19

geht schon daraus hervor, daß die mit Ausschluß Von den 48,22 Gran in Glas gezogenenen

des Schwefels wachsende Pflanze beynahe das DopSamen wurden 41,35 zur Schwefelbestimmung ver:

pelte der Zeit zur völligen Ausbildung nöthig hatte, wendet. Der Rest der Samen in gewöhnliche Erde

als die in der Erde wachsende, und außerdem nicht gerät feimte in kurzer Zeit und erzeugte ganz nor:

so kräftig war. male Pflanzen. Man sieht daraus, daß auch in Uebereinstimmend mit Berzelius *) ist es ganz Glaspulver, also oun Humus völlig ausgeschlosse: unsere Meinung, daß man gewiß einen großen Irr: nem Boden gewachsene Vegetabilien der Fortpflan: thum begehen würde, wenn man aus diesen Verzung fähige Samen hervorbringen können.

suchen auf eine Bildung des Schwefels schließen 41,35 Gran Samen gaben 1,914 schwefel:

wollte. Nur kann dessen „Ursprung,“ wie es mir fauren Baryt = 0,264 Schwefel, also die ganze

scheint, nicht der Methode, die in den beschriebenen Menge der Samen 48,22 Gran enthalten 0,306

Versuchen angewendet wurde, zugeschrieben werden. Schwefel. 28,63 Gran Samenkapseln gaben 0,689

Es fömmt übrigens auf die Methode der Schwe: Gran schwefelfauren Barnt = 0,095 Schwefet, felbestimmung hier nicht an, wenn sie nur in allen 106,34 Stängel und Blätter gaben 0,87 schwcfel: sauren Baryt = 0,12 Schwefel.

*) S. Berzelius Jahresbericht 1844 p. 310.

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amen,

yor,

Fällen gleichmäßig ausgeführt wird. Hier sollte nur petuam memoriam Venetorum.

Deo gratias gezeigt werden, daß Pflanzen, die in einem von Schwefel und Schwefelverbindungen freyen Boden,

Man hat es hier also offenbar mit einer offi: in einer vor Schwefelwasserstoffgas und schweflig: ciellen Geschichte Benedigs zu thun, weßhalb ich saurem Gas geschüßten Luft und bey Benetzung

mir auch eine Abschrift des MS. nahm und den mit deftillirtem Wasser aus einer bestimmten Menge Inhalt desselben nach den Capitelüberschriften hier Samen gezogen waren, mehr Schwefel enthalten,

vorzulegen mir die Freyheit nehme. als die zu ihrer Saat verwendete Quantität des Samens. Eine Erklärung von diesem plus des

1. Einleitung, ohne Ueberschrift. Schwefels zu geben, kann bis jegt nicht beabsichtigt

2. Quomodo dictus Dominus Papa Alexander werden.

timore dicti edicti (des Kaisers gegen ihn) clandestine et occulte accessit Venetias' ad

locum sancte Marie de Karitate.

3. Quomodo Papa per quendam virum facHistorisde Classe.

tus est notus domino duci, clero et comIn der Sißung am 16. November 1844 las

munitati Venetorum et indutus pontificaHerr Prof. Dr. Höfler eine Abhandlung

libus vestimentis 'et ad ecclesiam S. Marci

honorifice sotiatus.

4. Quomodo Dominus Papa induitur a Doüber eine neue Quelle für die Geschidyte Kai

mino duce pontificalibus vestimentis. fer Friedrich's I., des Rothbart.

5. Quomodo Dominus Papa investivit dictum

Dominuin ducem de cereo albo in eccle

sia S. Marci et inde ascendit ducale paUnter den inedirten Manuscripten der vaticani: latium. Ichen Bibliothek befindet sich auch eine hysto

6. De legatis ad imperatorem transmissis pro ria de discordia et persecutione, quam ha

tractanda pace inter dictos principes et buit ecclesia cum imperatore Frederico bar

de concessione bulle plumbee cum qua ba rossa tempore Alexandri tercii summi

litere ambaxate tunc bullate fuerunt. pontificis et demum de pace facta Venetiis et habita inter eos. Bibl. Vatic. n. 5392.

7. Responsio Domini Pape ad Dominum

ducem. Sie kündigt sich von Anfang an als von einem

8. De

ordinatione literarum et ambaxate Benetianer zum Ruhme seiner Vaterstadt verfaßt'

faciende Domino Imperatori. an; obwohl fie aber solche Particularitäten hat, wie Fie nur ein mit der Geschichte Venedigs wohl ver:

9. De responsione quam Imperator fecit letrauter Schriftsteller zu geben vermag, so zeigt sich

gatis predictis. doch sogleich, daß derselbe kein Zeitgenosse der Er:

10. Quomodo dictus Dominus dux se et comeignisse war, die er beschrieb. Ganz zulegt erfährt

munitatem totam et omnem suam potenman rodann, daß ein gewisser Bonincontri der Ber: tiam obtulit pro defensione dicti Sancti

Patris ac sancte Matris ecclesie. faffer derselbe war: Ego Bonincontrus licet origine mantuanus, natione quoque Bononiensis, 11. Quomodo Imperator contra Papam et Vetamen verbo et opere totus venetus et Rival

netos filium ejus mittit cum LXXV gatensis Domini ducis et communis Venetorum

leis armatis. notarius et officialis hanc predictam honorabi- 12. Quid fecit Dominus dux quando audilem ystoriam hoc claro et plano epigrammate vit quod dicta armata jam venerat in Ysconstruxi ad Dei et S. Marci laudem ac per

triam.

13. Hic dicitur quomodo dux se parat ad tubarum argentearum et vexillorum facta navale bellum et de concessione spate

Domino Duci. quam pro justitia observanda semper et

Hiezu folgendes: defendenda Dominus Pana fecit dicto Domino Duci Venetorum.

218 ich mich im Mai: Monate des Jahres 14. De bello Domini Ducis cum filio Impe

1834 in Venedig befand, besah ich mit mehreren ratoris conflicto et capto et de mirabili

et de mirabili Freunden die Gemächer des herzoglichen Pallastes, victoria' dicti ducis.

in welchen sich Gemälde von denkwürdigen Bege15. Quomodo Dominus Papa ducem recipit benheiten aus der Geschichte der Republik befinden;

cum victoria pro qua sibi anulum prae- unter ihnen die Darstellung des Seesieges der Ver bet ad desponsandum mare.

netianer über die Galeeren Kaiser Friedrich Barba: 16. Qualiter filius Imperatoris petit gratiam rossa's und die Gefangennehmung des kaiserlichen eundi ad patrem ad tractandam pacem.

Admirals, des Prinzen Otto, der dann von P.. 17. Hic filius imperatoris ad patrem irè permictitur ad tractandum pacem inter partes.

Alexander III. und dem Dogen Ziani auf sein Ehren: 18. Hic filius respondit predictis verbis pa

wort entlassen, sich zu seinem Vater begiebt und tris hac oratione.

dessen Ausföhnung mit der Kirche bewirkt. Da der 19. Hic dictus Imperator precibus filii condes

Gegenstand uns unbekannt war, wie denn diese Er: cendit ad tractandain et habendam predic- eignisse von deutschen Quellenschriftstellern nicht er: tam pacem.

wähnt werden, so wurde er Grund vielfachen Ge 20. Hic filius ortatur patrem venetias accedere

spräches mit unserem gefälligen Freunde und Fühquo filius premictitur et accedit ad annun- rer, dem uns so früh entrissenen Grafen v. Platen, tiandum venetis de predictis et adventu sowie einer Aufforderung von Seiten dieses in ita: imperatoris.

lienischer Geschichte einst so bewanderten Mannes, 21. Hic filius Imperatoris Domino Pape, duci die Sache um so reiflicher zu untersuchen, als geet Venetis sui patris adventum annunciat.

rade Raumer sie mehr verworfen als widerlegt hatte. 22. Qualiter Papa, dux et Veneti se prepa- Die baldige Abreise von Venedig, der Besuch anrant ad recipiendum Dominum Imperato

derer italienischer Städte und endlich Studien, die rem Venecias accessurum.

den Endzwecken der Reise mehr entsprachen, ließen 23. De reverencia quam fecit Dominus Impera

mich diesen Gegenstand auf gelegnere Zeit verschie: tor Domino Pape in ecclesia Sancti Marci.

ben, fast vergessen. Erst als ich in Florenz in einer 24. De graciarum actionibus Domini Pape et

notizreichen Chronik der Riccardiana dieses Ereigde maxima indulgentia quam Dominus

niß nach der Angabe der Benetianer erzählt fand, Papa in dicto festo ascensionis in honorem Venetorum et animarum suarum pro

wurde meine Aufmerksamkeit aufs Neue dahin gefectum tribuit et concessit.

lenft. 25. Qualiter Dominus Papa et Dominus Im

(Schluß folgt.) perator et Dominus Dux ciim eis versus romam dirigunt gressus suos et de conces

sione umbrelle facte Domino Duci. 26. Qualiter dicti principes recedunt de an

cona et vadunt romam et de concessione

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vor,

Königl. Akademie der Wissenschaften. wöhnlichen Geistlichen gleich in S. Maria della

Carità einige Zeit verborgen lebte. Hier aber wird

er von einem Manne, der ihn öfters in Rom geHistorische Classe.

sehen hatte, erblickt und nun sogleich dem Dogen

Sebastian Ziani, der bereits Kunde von der Flucht, In der Sißung am 16. November 1844 las

doch nicht von dem Aufenthalte des Papstes erhal: Herr Prof. Dr. Höfler eine Abhandlung

ten hatte, Nachricht gegeben. Dieser erkundigt fich

genau und als kein Zweifel obwaltet, ordnet er for über eine neue Quelle für die Geschidste Kai

gleich eine feverliche Procession an und begiebt sich

mit dem Patriarchen, der ganzen Clerisen und den ser Friedrid's I., Barbarossa.

angesehensten Lanen nach S. Maria. Sie über:

raschen den Papst als er in dem Chiostro die Horen (Schlus.)

betet; er will fliehen, als der Doge sich vor ihm

niederwirft, ihm die Füße füßt und ihn mit dem Uber theils war der Chronist von der Zeit

päpstlichen Ornate bekleidet. Nun wird der Papst des Ereignisses zu weit entfernt, als daß er für

unter allgemeinem Jubel nach S. Maria geleitet; authentisch gelten konnte, theils mir selbst der Ge:

der Doge bietet ihm daselbst den Schutz und die genstand für die Studien, welche ich in Florenz be:

Hülfe der Republik án und der Papst, dankbar das treiben wollte, zu entlegen, ich konnte mich auch

Anerbieten annehmend, überreicht ihm nun als erste diebmal nur flüchtig damit beschäftigen. Später im

der Ehren, die er Benedig zu ertheilen gedenkt, die Februar 1836, als ich mir den obenbezeichneten Coder aus der vaticanischen Bibliothek geben ließ,

weiße Kerze. Hierauf werden mit Genehmigung des

hl. Baters zuerst Gesandte an den Kaiser abgeschickt, welcher, wahr oder falsch, in seiner Art jedenfalls Ori

den Frieden zu unterhandeln; dieser aber, obwohl ginal ist, beschloß ich eine Abschrift davon zu neh:

er sie als von Venedig abgeschickt ehrenvoll aufnimmt, men und in den Frenstunden den Gegenstand reiflicher

verlangt nichts weniger als Gefangenseßung und zu untersuchen. Der Coder ist auf Pergament und

Uuslieferung des Papstes und droht im Weigerungswahrscheinlich im vierzehnten Jahrhunderte geschrie: ben.

falle mit 75 Galeeren gegen Venedig zu ziehen. Der Gang der Erzählung ist kurz folgender: Auf dieß Berlangen beginnt der Papst in seinem

P. llerander III. in der Verfolgung, welche neuen Asyle zu zagen; der Doge aber erklärt sich Kaiser Friechrich Barbarossa bereits seit 18 Jahren zum Kampfe für die Kirche bereit und Alerander über die Kirche verhängte, zulegt persönlich bedroht, dadurch ermuthigt ernennt nun die Venetianer zu flüchtete sich, als fein Ort auf dem Continente Sta: Söhnen und beständigen Bertheidigern der Kirche; liens ihm mehr Sicherheit gewährte, verkleidet nach noch mehr, als der Doge mit 30 Galeeren gegen Benedig, wo er von Niemanden erkannt, einem ge- die bereits fich nahenden 75 faiserlichen auszieben

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